Autos im Retro-Design für Amerikas “Baby Boomer”?

© Norman Pogson - Fotolia.com

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‘Früher war alles besser’ ist ein häufiger Ausspruch vieler, wenn sich über die aktuelle Situation beschwert wird. Früher gab es mehr grün in den Straßen, mehr Geld im Beruf, besseres Fernsehprogramm und hübscheres Design – die Vergangenheit wird im Rückblick beschönigt und zum Status Quo erklärt, den es möglichst wieder herzustellen gilt. Dieser Euphemismus des Vergangenen findet sich besonders in Gebrauchsgegenständen und Mode wieder. In den Kleiderschränken hängen Jacken, wie sie in den 80er Jahren schon getragen wurden, in Großstädten werden Kinderwagen aus den 1950ern hoch gehandelt und in der Automobilbranche wird ebenfalls immer wieder auf Retro-Designs zurückgegriffen.

So geschehen ist es nun auch bei den beiden amerikanischen Konzernen Chrysler und Chevrolet, die zwei Retro-Autos vorgestellt haben, die direkt aus den 1950ern zu kommen scheinen und damit die Jugend der Babyboomer-Generation wieder aufgreifen. Für diese beiden Wagen ist der Designer Bryan Nesbitt verantwortlich.

Der Chrysler PT, gebaut von 2001 bis 2010, ist mit bis zu 150 PS ausgestattet und bringt es so trotz seines relativ klobigen Äußeren immerhin auf eine Spitzengeschwindigkeit von 180 Stundenkilometern. Das Retrodesign setzt sich auch im Inneren fort, das Cockpit ist dominiert von vielen runden Anzeigen.

Der Chrysler PT mit Frontantrieb inspirierte ab 2006 auch den Konkurrenten Chevrolet zu einem ähnlich gelagerten Modellkonzept: dem nostalgisch-anmutendem Chevrolet HHR (Heritage High Roof). Der Chevy, nostalgischer Hochdachkombi sieht seinem Vorgänger ähnlich, beides sind behäbige Cruiser, die in engen Innenstädten nicht unbedingt punkten werden, dafür ist der Wendekreis zu groß und die Lenkung zu behäbig, für breite Straßen eignen sie sich jedoch hervorragend. Der Chevy ist ein sogenanntes Crossover-Fahrzeug, was sowohl Eigenschaften eines SUV als auch Attribute eines Kombis miteinander verknüpft. Zu haben sind beide Fahrzeuge, deren Ausstattung solide ist, ab 25.000 Euro. Dabei gilt es aber zu berücksichtigen, dass es neben dem Fahrzeug zusätzlich noch ein Stück echten amerikanischen Lifestyle gibt, der selbst die duetschen Autobahnen mit einem Flair von Route 66 versorgen kann.

Der Fall Breivik

“Das Monster von Oslo” titelte eine bekannte deutsche Boulevard-Zeitung in Anlehnung an die grausamen Taten vom Angeklagten Anders Breivik. Der 33jährige hatte bei seiner Tat 77 Menschen regelrecht “abgeschlachtet” die meisten darunter Jugendliche aus einem Zeltlager auf der Insel Utøya. Als Motiv hatte Breivik verkündet, Norwegen vor für das Land schädlichen Einflüssen schützen zu wollen – er nannte spezifische politische Hintergründe, die als nationalistisch und ausländerfeindlich interpretiert werden.

Der laufende Prozess mit hoher medialer Präsenz erregt derzeit wie kein anderes Thema das öffentliche Gemüt des Landes und hat bereits auch hierzulande in Deutschland zu hitzigen Diskussionen geführt. Ein wichtiger Streitpunkt ist die Einschätzung des geistigen Zustandes des Angeklagten – es liegen zwei verschiedene Gutachten vor: das eine bescheinigt Breivik eine narzisstische Persönlichkeitsstörung, aber volle Zurechnungsfähigkeit, das andere sieht ihn als Mann, der durch eine paranoide Schizophrenie nicht in vollem Maße gerichtlich für seine Taten belangt werden kann. Breivik selber erklärte, sich selber als zurechnungsfähig zu sehen.

Ein weiterer Streitpunkt ist die mediale Darstellung des Täters und die Aufmerksamkeit, die ihm dabei zukommt. Viele Kritiker äußerten Vorbehalte gegenüber einer expliziten und immer wieder vorkommenden Berichterstattung über Tathergang und Motive des Täters, da man einer Glorifizierung des Täters vermeiden will. Außerdem wird befürchtet, dass Breiviks Motivation Anklang finden, wenn nicht sogar Inspiration für Andere werden könnte.

Der gebürtige Osloer hatte seine Tat über Jahre hinweg akribisch geplant, der Zeitraum nach seiner Verhaftung ist nach Ansicht Breiviks die zweite Phase seiner Tat, die allein dem Zweck der “Propaganda” diene.

Im bisherigen Prozessverlauf hatte der Täter zugegeben, weitere Attentate geplant zu haben. Er gab zudem an, keine Reue zu verspüren.

Jim Yong Kim als Weltbankchef nominiert

panthermedia.net Ronald Hudson

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Viele wurden überrascht als US-Präsident Barack Obama kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist den Universitätsdirektor Jim Yong Kim für die Nachfolge von Robert Zoellick für den Chefposten der Weltbank nominierte. Da auch andere Entwicklungsländer Führungsansprüche deutlich gemacht haben, muss der Gesundheitsexperte und Profi für Entwicklungshilfe gegen Konkurrenz aus Nigeria und Kolumbien antreten. Als Favoriten der afrikanischen und lateinamerikanischen Staaten gelten die nigerianische Finanzministerin Ngozi Okonjo-Iweala und der ehemalige kolumbianische Finanzminister José Antonio Ocampo. Der Entwicklungsökonom der Columbia-Universität Jeffrey Sachs hatte auch Interesse an dem Posten bekundet. Er hatte allerdings keine offizielle Rückendeckung aus Washington. Der US-Ökonom wird laut Berichten der Süddeutschen Zeitung aktuell nur durch Bhutan, Kenia, Malaysia und kleinere Entwicklungsländer als Kandidat favorisiert.

Der aktuelle Amtsinhaber Robert Zoellick war bisher fünf Jahre lang an der Spitze der internationalen Finanzinstitution. Ende Juni tritt er seinen Posten ab.

Der von US-Präsident Obama vorgeschlagene Kandidat Kim ist momentan an der Spitze der US-Eliteuniversität Dartmouth College. Er wurde 1959 in Südkorea geboren, ist später in den Vereinigten Staaten aufgewachsen und heute US-Bürger. Der Mediziner ist bisher weitgehend unbekannt, trotzdem hat er bereits internationale Erfahrung gesammelt. Er war nämlich Direktor bei der Weltgesundheitsorganisation WHO und als solcher zuständig für Aids-Bekämpfung.

Zuvor wurden andere angesehene US-Politiker für den Posten gehandelt – unter Anderem der einflussreiche Senator John Kerry und Außenministerin Hillary Clinton. Alle beide hatten jedoch kein Interesse an dem Posten bekundet.

Auch wenn die Nominierung des Akademikers als Überraschung gilt, ist seine Wahl als Nachfolger an der Spitze der Weltbank ziemlich wahrscheinlich. Bisher hatte eine ungeschriebene Regel nämlich Tradition – die Weltbank wird von einem Amerikaner geführt, der Internationale Währungsfonds (IWF) dafür von einem Europäer. In der Tat haben die USA bereits seit der Gründung der Weltbank nach dem Zweiten Weltkrieg den Chefsessel inne. Die USA verfügen über den größten Stimmenanteil und können zudem mit Rückendeckung durch die Europäer und Japan rechnen.

Der Bundesfreiwilligendienst

© Marem - Fotolia.com

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Das deutsche Sozialwesen ächzt unter der Last der Abschaffung des Zivildienstes. Schlüsselpositionen in der Pflege, ja das ganze Rückgrat des Systems, baute auf den Rücken motivierter Zivildienstleistender auf. Diese sorgten somit für einen reibungslosen Ablauf im Klinikalltag. Der neue Bundesfreiwilligendienst knüpft an diese ruhmreiche Tradition an.

Die Abschaffung des Wehrdienstes, welche im Mai 2011 in Kraft trat, ist das schwerwiegende Relikt des ehemaligen Bundesverteidigungsministers Carl Theodor zu Guttenberg. Es hinterließ vor allem Fragen. Wie sollte die Lücke, die durch den wegfallenden Zivildienst enstand, sinnvoll geschlossen werden. Nicht nur das Sozialwesen auch ein ganzes Amt, das Bundesamt für Zivildienst, stand vor einer tiefgehenden Existenzfrage. 

So hob man den Bundesfreiwilligendienst als Nachfolgemodell zum Zivildienst aus der Wiege und unterstellte dessen Direktion dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (Nachfolger des Bundesamts für Zivildienst). 

Der Dienst soll eine Ergänzung zu dem bereits seit Jahrzehnten existierenden “freiwilligen sozialen Jahr” sein und zivilgesellschaftliches Engagement in der Bevölkerung fördern. Neu ist, dass auch über 27-Jährige an diesen Maßnahmen teilnehmen können. Dies ist perspektivisch auch für Langzeitarbeitslose interessant, die durch ein solches Projekt Schritt für Schritt zurück in den Arbeitsalltag geführt werden können. 

Eine Vergütung erfolgt nur im Rahmen von Taschengeld. Der Maximalsatz dieses Taschengelds beträgt 336 Euro, was angesichts der Tatsache, dass Bundesfrewillige meist Vollzeit arbeiten müssen, nicht gerade viel erscheint. 

Für junge Erwachsene in beruflichen Orientierungsphasen, kann der Dienst allerdings eine wichtige Rolle bei der Findung eines zukünftigen Arbeitsplatzes einnehmen. Kliniken und soziale Einrichtung übernehmen, laut eigenen Angaben, nicht selten hoch motivierte Dienstleistende in ein späteres Ausbildungsverhältnis. 

Das Wiener Institut für Internationale Entwicklung

Globalisierung © mkrberlin - Fotolia.com

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Das Institut für internationale Entwicklung wurde im Jahre 2010 als interdisziplinäre Forschungs- und Lehrplattform an der Universität Wien gegründet. Eine Gruppe aus Studenten und Professoren rief bereits 2002 das Projekt “Internationale Entwicklung” ins Leben, auch ein Diplomstudiengang zum Thema wurde bereits angeboten. Acht Jahre später entstand daraus das Institut, welches sich dafür einsetzt, dass Entwicklungsforschung ebenso im Bereich der Forschung als auch im Bereich der Lehre etabliert und weiterentwickelt wird.

Diesem Grundprinzip folgend, beschäftigt sich das Institut für internationale Entwicklung über unterschiedliche Perspektiven, Fachbereiche und Blickwinkel mit dem Begriff “Entwicklung”. Insbesondere  werden Ansätze und Theorien von Transformationen und Ungleichheiten sowie deren Reflexion von politischer, sozialer, kultureller und historischer Art untersucht. Gleichzeitg soll die Entwicklungszusammenarbeit auch kritisch betrachtet werden. Dementsprechend sind auch die wissenschaftlichen Mitarbeiter und Lektoren verschiedenen wissenschaftlichen Fachbereichen angehörend. Um ein möglichst komplexes Bild zu erlangen, wurden unter anderem folgende Forschungsschwerpunkte festgelegt: Transnationalisierung und Entwicklung; Menschenrechte und Recht; Gender und Sexualität. In sieben Teams werden diese und noch weitere Felder thematisiert und untersucht. Unter den Forschern und Lehrenden herrscht ein steter Austausch.

Angesichts der regelmäßig in der Donaumetropole stattfindenden Konferenzen und Tagungen bleibt noch das Problem, stets über die richtigen Hoteltipps in Wien zu verfügen. Hier kommt es nicht selten auf passende Empfehlungen aus der internationalen Wissenschaftler-Community an.

Besonderen Wert legt das Institut vor allem auf seine Kooperation mit zum Teil auch außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Entwicklungsländern. Unter anderem wird eine Partnerschaft mit der Birzeit University in Palestina angestrebt. Forscher aus den Universitäten sollen eng zusammenarbeiten und so auch zum Thema internationale Entwicklungen praxisnah arbeiten können. Eine konkrete Verbindung von Theorie und Praxis soll stets im Vordergrund stehen. 

Aborigines bekommen Israelische Entwicklungshilfe

Hebräisch © henryart - Fotolia.com

Hebräisch © henryart - Fotolia.com

Israelische Linguisten wollen in einem neuen entwicklungstechnischen Förderungsprogramm der toten Sprache der australischen Ureinwohner wieder Leben einhauchen.

Dieses zunächst absurd klingende Projekt, das die ursprüngliche Sprachen der Aborigines rekonstruieren will, wurde von Gilad Zuckermann ins Leben gerufen. Er hat die Linguistin Jackie Troy nach Israel eingeladen, was durch die Gelder jüdischer Gemeinden möglich gemacht wurde. 

Erst bei einer genauen Betrachtung wird deutlich, warum dieses Projekt ausgerechnet von Israel finanziert wird. Parallelen zum Schicksal der australischen Ureinwohnersprache finden sich auch bei der hebräischen Sprache. Zweitausend Jahre lang, also über die gesamte Zeitspanne der Abwesenheit des israelischen Volkes hinweg, war auch die hebräische Sprache tot. 

Mit dem Aufkommen des Zionismus in Europa und den vereinigten Staaten beschäftigten sich Ende des 19. Jahrhunderts erstmals Sprachwissenschaftler mit der Belebung des Hebräischen. Federführend war der Gelehrte Eliezer Ben Jehude, der die moderne hebräische Sprache anhand bibilischer Grammatik zu einem neuen Gewand verhalf. Doch die Transkription von Alt in Neuhebräisch verlief nicht ohne Schwierigkeiten, denn woher sollten Begriffe für neu-erfundene Dinge genommen werden? 

Es entwickelte sich ein akademischer Streit darüber, welche Sprache im geplanten israelischen Staat gesprochen werden sollte. Die Briten, welche über das Mandatsgebiet Israel herrschten, erkannten 1922 erstmals das Hebräische als offizielle Sprache an. Diese wurde auch nach Staatsgründung als Amtsprache beibehalten. So hatten die Israelis es geschafft ihre verstaubte Sprache, die nur noch für religiöse Zwecke genutzt wurde, in die Moderne zu überführen. 

Diese Errungenschaft brachte dem Land eine gehörige Portion Selbstbewusstsein ein, denn sie trug zur Identitätsfindung des Staates bei. Aus diesem Grund will die Initiative um Gilad Zuckermann auch den Aborigines, deren Sprache durch die Zwangseuropäisierung der westlichen Besatzer, ausgelöscht wurde, zu einem neuen Selbstbewusstsein verhelfen. Schwierig ist allerdings, dass es sich bei den vielen verschiedenen Aborigines-Dialekten nicht um Schriftsprachen handelte, was eine Rekonstruktion deutlich erschwert.

Kritik an der deutschen Entwicklungspolitik

Entwicklungspolitik © XtravaganT - Fotolia.com

Entwicklungspolitik © XtravaganT - Fotolia.com

Das Thema Entwicklungspolitik und insbesondere das zugehörige deutsche Ministerium sorgt nicht zuletzt durch seine wechselhafte Besetzung für Kontroversen. Viele kritische Stimmen sprechen dieser Institution sogar jegliche Daseinsberechtigung ab. 

Selbst der jetzige Entwicklungsminister wollte die Behörde, der er jetzt vorsteht, schon einmal abschaffen. Dirk Niebel (FDP) ist in jedem Falle nicht gut zu sprechen auf seine Vorgänger. Gegenüber der Leipziger Volkszeitung beklagte er sich sogar, dass er deren Spuren nicht beseitigen konnte. 

Niebel will alles anders machen, wie seine prominenten Vorgänger. Auf die Frage, warum er Erhard Eppler und Heidemarie Wieczorek-Zeul nicht zur anstehenden Jubiläumsfeier des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit als Redner bestimmt hatte, sagte er nur sarkastisch: “Wir machen Zukunft, nicht Vergangenheit”. 

Wirft man aber einmal auf die Vergangenheit dieses umstrittenen Ministeriums, so stellt man schnell fest, dass sich das Thema Entwicklungspolitik in seinen Anfängen sehr wohl mit Vorangegangenem beschäftigte. Deutschland, das zwei Weltkriege initiierte und als Verlierer und Schurke da stand, nutzte seine Chancen, um in Entwicklungspolitik Wiedergutmachung zu leisten, die das beschädigte Ansehen des Landes teilweise restaurieren sollte. 

Bei der Entcheidung, welche Länder deutsche Subventionen erhalten sollten, spielte, laut Egon Bahr, prominentem Ex-Entwicklungsminister, die Frage welcher politischen Hemisphäre diese angehörten eine nicht unerhebliche Rolle. Es wurden Unterschiede zwischen kommunistischen Ländern und westlichen gemacht, was die Überlegenheit des westlichen Systems demonstrieren sollte. Der Vorwurf der verdeckten industriellen Subvention wurde schnell laut, denn die finanziellen Hilfsmittel wurden direkt an Aufträge für deutsche Firmen gekoppelt. 

Als der Club of Rome 1972 seine Berühmte Studie “Grenzen des Wachstums” veröffentlichte, die auf die Misstände zwischen Armen und Reichen Ländern aufmerksam machte, veranlasste das Erhard Eppler (SPD) die Kritik an der verfehlten Entwicklungspolitik in die Regierung einbrachte. 

Die sture Haltung des derzeitigen Ministers macht deutlich, dass die Kritik bis heute nicht abgebbt ist. 

Immobilienerwerb in Kuba

In Kuba macht man gerne Urlaub, aber wohnen möchte man dort in der Regel nicht. Denn außerhalb der aufgehübschten touristischen Zentrum, liegt ein Kuba, dass man nur in den Nachrichten sehen, aber keinesfalls leben möchte. Das zutiefst kommunistische Land ist nicht nur arm, sondern auch sehr marode. Das trifft neben der Poltik vor allem auf die Infrastruktur zu.

Der kubanische Wohnungsmarkt ist in einem desolaten Zustand: zu wenig Wohnungen und Häuser, zu meist mehr als baufällig, zwingen viele Einwohner unter ein Dach zu ziehen. Daher ist das Zusammenleben meherer Generationen in einer Wohnung oder einem Haus typisch. Aus verhassten kapitalistischen Gründen war es bisher nicht möglich, neues Wohneigentum käuflich zu erwerben. Doch das soll sich in Zukunft mit einem neuen Gesetz ändern, das einem den Kauf und Verkauf von Immobilien erlauben soll. Das Besondere daran ist die Tatsache, dass sogar ausgewanderte Exil-Kubaner ein solches Geschäft tätigen können, obwohl sie nach aktueller Lage jeglichen Besitzanspruch durch ihre Ausreise verloren haben.

Was wie eine Art Liberalisierung und sozialistischer Abkehr wirkt, scheint vielmehr der schlechten Finanzlage geschuldet zu sein, da sich durch die Legalisierung von Kauf und Verkauf höhere Steuereinnahmen erzielen lassen, die dringend nötig scheinen. Weiterhin kann spekuliert werden, ob dadurch finanzstarke Investoren angelockt werden können, die Kuba flächendeckend zu einem neuen Ort für Zweit- und Ferienwohnungen entstehen lassen. Bis das allerdings soweit ist, muss sich noch viel mehr ändern. Allein die eine Gesetzesänderung zieht weitere Änderungen in dreistelliger Höhe nach sich.

Ob sich Kuba bald zum Feriendomizil nordamerikanischer und europäischer Urlauber und Rentner entwickelt, bleibt natürlich abzuwarten. In Europa ist das Geschäft mit Zweitwohnungen und Ferienapartments längst ein Riesengeschäft. Immobilien bei Propertygate etwa decken ein internationales Spektrum an besonders hochwertigen Kauf- und Mietobjekten ab. Schwerpunktmäßig handelt es sich dabei um Immobilien im mediterranen Raum. Dort ist es ja auch mindestens so schön wie in der Karibik.

Wilders gegen Integration in den Niederlanden

© Franz Pfluegl - Fotolia.com

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Der Fall des 18-jährigen Mauro Manuels geistert quer durch alle niederländischen Medien: Trotz bester Integration soll der Einwanderer mit Wurzeln in Angola abgeschoben werden. Er lebt seit seinem neunten Lebensjahr bei Pflegeeltern in den Niederlanden, spricht perfekt Holländisch und engagiert sich im Fußballklub seines neuen Heimatstädtchens Oostrum – wenn das nicht eine gelungene Integration beweist. Da aber Frieden in Angola herrscht, soll er nun abgeschoben werden. Ein Großteil der niederländischen Bevölkerung spricht sich eindeutig gegen diese Pläne aus. Hinter der Diskussion steckt aber noch viel mehr als ein Einzel-Schicksal: Die niederländische Regierung ist in Fragen rund um die Integration und Immigration tief gespalten. Derzeit regieren im Nachbarland Holland die Christdemokraten gemeinsam mit der rechtsliberalen Partei VDD. Die immer stärker werdenden rechten Parteien werden dem eigentlich als liberal bekannten Land langsam zum Verhängnis.

Der Rechtspopulist Geert Wilders verfolgt eine rigorose Ausländerpolitik. Um diese durchzuboxen, schreckt er auch nicht vor Schreiereien im Parlament oder öffentlichen Beleidigungen zurück. Da die Christdemokraten auf die Unterstützung Geert Wilders und seiner Rechtspopulisten angewiesen sind, spricht sich auch die christliche Parteispitze für eine Abschiebung Manuels aus.

Doch eine Mehrheit in ihrer Partei finden sie damit nicht. Mehrere Abgeordnete wollen nun auf eine menschlichere Ausländerpolitik pochen und sich nicht mehr dem Druck Wilders beugen. Deswegen wird derzeit auch im niederländischen Parlament in Den Haag über die Zukunft von Manuel abgestimmt. Der gebürtige Angolaner ist dabei auch persönlich anwesend – vielleicht kommt es ja sogar zu einem Tête-à-tête mit Wilders. Dann könnten sich die beiden im Limburger Dialekt miteinander unterhalten, denn Mauro wuchs nur etwa 30 Autominuten von Wilders Geburtsort entfernt auf.

Pogrome gegen Roma und Sinti in Bulgarien

 
Bulgarien ist derzeit geprägt von ethnischen Spannungen innerhalb der Bevölkerung. Die Integration der Roma in diesem Land gilt nun als gescheitert, und das, obwohl noch im Frühjahr der UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon genau dieses Land als gutes Beispiel für das friedliche Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen lobte. Ein Ruf, den Bulgarien schon seit dem Zweiten Weltkrieg genießt. Auch 1989 nach Ende des Kommunismus entschied man sich dort gegen eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen der slawischen Mehrheit und der türkischen Minderheit.

Die derzeitige angespannte Situation heißen Nationalisten willkommen und protestierten auch in den vergangenen Tagen wieder zu mehreren Tausenden gegen die Roma-Minderheit im Land. Maßnahmen gegen die Kriminalität der Roma, sogar die Todesstrafe werden auf Kundgebungen und Straßenmärschen von den slawischstämmigen Bulgaren. Während Polizeiaufgebote größere Zwischenfälle verhindern sollen, wirft man der Regierung in Sofia Tatenlosigkeit vor.

Aufgeflammt sind diese Unruhen durch den Tod eines slawischstämmigen 19-Jährigen, der angeblich vorsätzlich in einem Dorf im Süden Bulgariens von Roma aus dem Clan des dortigen Roma-Bosses überfahren. Darauf hin steckten Dorfbewohner das Haus des „Zar Kiro“ an, der inzwischen festgenommen wurde, weil er Morddrohungen an die Familie des Opfers richtete.

Es ziehen weiter Proteste und Straßenmärsche durch die Innenstadt Sofias auf, auch von Anhängern der rechtsextremen Bulgarischen Nationalen Union, um sich gegen „Roma-Terror“ und „soziales Parasitentum“ laut zu machen. Die nationalistische WMRO-Partei sammelte vor der Volksversammlung Unterschriften für stärkeres Bemühen seitens des Staates, die Konflikte mit den Roma zu lösen.

Offiziell leben in Bulgarien etwa 300 000 Roma, während ihre Zahl Schätzungen zufolge jedoch weit mehr als eine halbe Million betragen soll. Die Reaktionen des Staates und die verbreiteten Beschlüsse, stoßen jedoch noch auf harsche Kritik. Als zu allgemein bewertet, erfüllen sie die Forderungen nach mehr Aufmerksamkeit und Engagement nicht.